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Normalerweise ist von einer Leiche nach über 5.000 Jahren nichts mehr übrig. Kein Knochenstück, kein Hautfetzen, kein Fingernagel. Aber als der Ötzi gestorben ist, hat es in Ötztaler Alpen gerade geschneit ...
Und es hat so lange geschneit, bis der halbverweste Körper unter dicken Schneemassen begraben war. Und weil Ötzi in diesem „Kühlschrank” lag, ist Ötzi heute zwar etwas schrumpelig, aber ansonsten noch ganz gut in Schuss: Die Augen sind noch da, ein paar Haare und sogar der Mageninhalt.
Die Forscher von der Universität in Innsbruck haben den tiefgefrorenen Ötzi ganz vorsichtig wieder aufgetaut und jahrelang untersucht. Dabei haben sie sogar herausgefunden, dass seine letzte Mahlzeit aus Fleisch, Weizenkleie und Zwetschgen bestanden hat. Der Ötzi war also ein Bauer und ein Jäger. Mit Pfeil und Bogen bewaffnet hat er vor allem Auerochsen aufgelauert, die er dann mit einem steinernen Beil zerhackt und zu Hause über dem offenen Feuer lecker gegrillt hat. Aus ihren Fellen hat er Kleidung hergestellt.
Ganz tief in Ötzis linker Schulter steckt eine Pfeilspitze: Vielleicht hat ihn ein anderer Jäger damit aus Versehen getroffen. Aber wahrscheinlich wurde er von einem Feind ermordet.
Die Forscher haben noch viel mehr eingefrorene Sachen gefunden. Daraus haben sie geschlossen, wie Ötzi und die anderen Menschen damals gelebt haben. Und dann haben sie ein ganzes Ötzi-Dorf gebaut, in dem die Besucher heute leben können wie Ötzi damals: Mit Blockhütten, einem See mit Boot, Kornfeldern, Ur-Rindern – und sogar mit einem steinzeitlichen Brotbackofen.
Kinder oder Erwachsene, die dort Ferien machen, müssen – bis auf ihre Anziehsachen – alles zu Hause lassen, was es zu Ötzis Zeiten noch nicht gab: Handy, Gameboy, Pausensnacks und Streichhölzer. Dafür lernen sie aber im Ötzidorf Bogenschießen, Spuren lesen, Kräuter bestimmen und: Feuer machen!
Zum Feuermachen nach Ötzi-Art bekommen die Kinder besondere Steine und ein Gefäß aus Birkenrinde. Dann müssen sie herausfinden, wie sie damit Feuer machen und das Feuer dann auch noch an einen geheimen Ort im Wald bringen können. Die Lösung: die Steine aufeinanderschlagen, dabei Funken auf Heu fallen lassen, ein großes Feuer entfachen und die Glut des Feuers später mit dem Gefäß aus Birkenrinde in den Wald bringen.
Und noch mehr solcher Aufgaben, müssen die Kinder im Ötzidorf lösen. Die „Ötzis” hatten damals zum Beispiel ein „Ein-Baum-Boot”. Das ist eigentlich nur ein ausgehöhlter Baumstamm, dafür aber praktisch unsinkbar. Denn selbst wenn es mal umkippt, schwimmt es an der Wasseroberfläche. Aber Vorsicht: Auch diese Ötzi-Erfindung ist nicht ganz ohne. Oder hat schon mal jemand versucht, einen Baum zu fällen und ihn dann von innen auszuhöhlen ...
Mehr Infos über das Ötzi-Dorf, gibt es auf der Internet-Seite Ötzi-Dorf.