Technik
Eigentlich riecht Erdgas gar nicht. Es wird mit Absicht stinkend gemacht - aus Sicherheitsgründen. Denn wenn Gas unbemerkt irgendwo ausströmt, ist das gefährlich. Ein kleiner Funke reicht – etwa von einer Zigarette oder einem Feuerzeug – und das Gas kann sich entzünden und explodieren. Bei großen Gasexplosionen können sogar Häuser einstürzen.
Aber wenn Gas stinkend gemacht wurde, merkt jeder sofort, wenn irgendwo Gas ausströmt, obwohl es unsichtbar und unfühlbar ist. Der Warnduft stinkt so ekelig, dass man schon vom Stuhl aufspringen möchte, wenn man nur ein kleines bisschen riecht. Wissenschaftler haben den Stinkstoff extra gemischt. Das war eine merkwürdige Aufgabe für die Chemiker, normalerweise suchen sie angenehme Düfte für Seifen und Putzmittel. Dafür haben sie im Labor Hunderte von kleinen Flaschen mit verschiedenen Stoffen, die riechen.
Erdgas kommt aus dem Boden, genau wie Kohle und Erdöl. Es wird aus der Erde gepumpt und fließt durch große Rohre, den Pipelines, bis zu den Stadtwerken. Dort mischen Techniker den fies stinkenden Stoff dazu. Dieser Warnduft enthält Schwefel und davon riecht er wie faule Eier oder tote Tiere. Auf dem Foto kontrolliert ein Techniker, ob genug „Stinkstoff” in der Leitung ist.

Erst jetzt darf das Erdgas zu den Wohnungen geleitet werden. Mit dem Gas wärmen die Thermen, also solche „Wasser-Heißmacher” wie auf dem Bild hier, zum Beispiel unser Badewasser und die Heizung. Viele Menschen kochen auch mit einem Gasherd. Wenn jemand dann vergisst, den Herd abzudrehen, riecht es sofort nach Gas.
Was soll man tun, wenn es nach Gas stinkt? (Das kann auch passieren, wenn eine Leitung ein Loch hat.) Sofort einen Erwachsenen holen, der hilft dann bei den richtigen Schritten:
Text und Fotos: Anneke Wardenbach