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GRÜNES BRETT

Elektrizität

Wie der Strom in die Steckdose kam

Ob Handy, Computer, Walkman, Mikrowelle oder Fernseher – ein Leben OHNE Strom ist heute kaum vorstellbar. Dabei ist die Energie, die aus der Steckdose kommt, gar nicht so alt. Sie wurde erst vor 300 Jahren entdeckt. Doch die Geschichte der Elektrizität beginnt viel früher.

Am Anfang war der Bernstein
Die alten Griechen kannten Elektrizität schon vor 2600 Jahren. Sie rieben Bernsteine aneinander bis sie Funken schlugen. Dieses Phänomen nannten sie „elektron” (Bernstein). Daher kommt auch unser Wort „Elektrizität”.


SteckdoseWie diese „Reibungselektrizität” funktioniert, probiert Tessa im Umspannwerk an sich selber aus. Dazu steigt sie auf ein Podest, legt eine Hand auf eine Walze, die von Tim immer schneller herumgedreht wird. Nach einiger Zeit steht Tessa „unter Strom”, und einige ihrer Haare stehen ihr zu Berge.
      
    

Energie durch Bewegung
1866 entwickelt Werner Siemens die erste Maschine, die Strom erzeugt: den (Fahrrad)-Dynamo. Tritt man kräftig die Pedale, so rollt der Fahrradreifen und das Rädchen am Dynamo dreht sich. Dadurch werden im Inneren des Dynamos ein Magnet und eine Spule bewegt. Diese Spule ist mit Kupferdraht umwickelt. Der Kupferdraht besteht aus vielen klitzekleinen Teilchen: den Protonen und den Elektronen. Die kommen durch diese Drehbewegung um den Magneten herum aus dem Gleichgewicht.
      
steckdoseUm ihre Balance wieder zu finden, schießen sie hin und her. Dadurch entsteht elektrische Energie: Strom fließt und die Lichter am Fahrrad leuchten. Und was am Fahrrad funktioniert, geht natürlich auch eine Nummer größer. So wie bei den beiden Dynamos auf diesem Foto hier.

 

steckdoseUm eine ganze Stadt mit Strom zu versorgen, braucht man natürlich mehr als einen Fahrraddynamo. Deshalb bauten die Menschen Kraftwerke mit Generatoren. Die funktionieren ähnlich wie Dynamos. Der Generator auf diesem Bild versorgte vor 70 Jahren eine ganze Textilfabrik mit Strom.
      
     

steckdoseEine Reise voll Energie
Wusstest du, dass Strom nur fließen kann, wenn ein Stromkreis geschlossen ist? Das passiert zum Beispiel, wenn man einen Lichtschalter anknipst. Im selben Augenblick werden im Kraftwerk Tausende von klitzekleinen Teilchen (Elektronen) losgeschickt. Sie schießen durch die Stromleitungen und das Umspannwerk in die Häuser, sausen in die Steckdose, durch den Stecker ins Kabel, durch das Kabel in die Glühbirne der Lampe und wieder zurück ins Kraftwerk. Sehen kann man das nicht, denn dieser Stromfluss ist so schnell wie das Licht: 300.000 Kilometer in der Sekunde.
     

Volle Kraft voraus
So ein Kraftwerk schickt den Strom mit voller Kraft durch die Leitung. Diese Kraft nennt man auch Stromspannung und man misst sie in Volt. Bis zu 20.000 Volt beträgt sie zunächst. Normale Haushaltsgeräte wie ein Fön vertragen aber nur 220 Volt, sonst explodieren sie.
      
steckdoseAlso muss die Spannung gesenkt werden, bevor der Strom bei dir zu Hause ankommt. Und genau das geschieht in einem Umspannwerk. Und zwar in solchen Transformatoren (Umwandlern), wie du sie hier auf dem Foto siehst.
     

 

Lust auf mehr Informationen?
Viel Wissenswertes rund um Strom und Elektrizität findest du hier - auf der Internetseite des Umspannwerks Recklinghausen. Dort werden übrigens besondere Kinderführungen angeboten, bei denen die Besucher selbst Experimente rund um die Elektrizität machen können.

Text: Monika Hanewinkel, Fotos: Monika Hanewinkel, Umspannwerk, Science Library