Kidstation
schulonga wissenella zentrale spielonie lachihiki starmoa Top Navi

GRÜNES BRETT

Energie           

Erdwärme aus der Steckdose

Heiße Quellen gibt es nicht überall. Island, Neuseeland und Kalifornien sind dafür berühmt. Dort nutzt man das warme Wasser schon lange. Auch in Mexiko und in Italien gibt es Geothermie-Kraftwerke. Geothermie ist das griechische Wort für Erdwärme. In den Kraftwerken wird aus der Erdwärme Strom gemacht. Aber auch dort, wo das Wasser nicht dampfend aus dem Boden geschossen kommt, ist die Erde in ihrem Inneren warm. Sehr warm sogar!

erdwärmeHitze aus dem Erdkern

Früher war die ganze Erde ein glühender Feuerball. Die äußere Schicht ist inzwischen abgekühlt. Doch tief im Inneren sitzt immer noch ein heißer Kern. Bis zu 5000 Grad Celsius Hitze dürften im Erdkern herrschen. An heißen Quellen und bei Vulkanausbrüchen kann man heute noch einen Eindruck von dieser Hitze bekommen.
 

Bis zum Erdkern kommt man natürlich bei keiner Bohrung. Doch selbst wenn man nur ein paar hundert Meter tief in den Boden eindringt, stößt man auf heißes Wasser oder auf Gesteinsschichten, die Wärme gespeichert haben. Je tiefer man bei Bohrungen kommt, desto heißer wird es. Die Faustregel für Mitteleuropa: Pro hundert Meter Tiefe steigt die Temperatur um etwa drei Grad an.

erdwärmeErstes Erdwärme-Kraftwerk in Deutschland

In Neustadt-Glewe im Bundesland Mecklenburg-Vorpommern ist im November das erste Erdwärme-Kraftwerk Deutschlands ans Netz gegangen. Dort hat man 2200 Meter tief gebohrt. Das Wasser in dieser Tiefe ist 97 Grad Celsius warm.      

 

Dieses heiße Wasser wird nach oben gepumpt. Auf dem Weg kühlt es allerdings ab. Es ist nun nicht mehr heiß genug, um als Wasserdampf eine Turbine anzutreiben und so Strom zu erzeugen. Aber immerhin reicht die Temperatur noch aus, um eine andere Flüssigkeit zu erhitzen. Dabei handelt es sich um eine Kohlenwasserstoffverbindung, die schon bei 30 Grad siedet, also zu Dampf wird.
      

erdwärmeDer Dampf dieser Flüssigkeit treibt dann die Turbine an, die hier auf dem Bild zu sehen ist. Eine Turbine ist eine Maschine, in der durch Bewegung Strom erzeugt wird. Der Dampf setzt ein Laufrad in Bewegung. Diese Bewegungsenergie wird dann in elektrische Energie, also Strom, verwandelt. Das funktioniert so ähnlich wie der Dynamo am Fahrrad. Das Wasser aus den Tiefen der Erde wird nach dem Wärmeaustausch wieder in den Boden zurückgeleitet.     

Das Erdwärme-Kraftwerk in Neustadt-Glewe versorgt 500 Haushalte in der Stadt mit Strom. Ganz neu ist Erdwärme in der Kleinstadt nicht: Auch bisher wurde das heiße Wasser aus dem Erdinneren schon zum Heizen genutzt. Doch jetzt ist die Stromgewinnung dazugekommen. Eine gute Sache, finden nicht nur die Neustädter. Auch der Umweltminister ist begeistert. Denn Erdwärme ist jederzeit vorhanden und eine erneuerbare Energie. Der Umwelt wird kein Schaden zugefügt.

Text: Britta Kuhnt, Fotos: Lesestein, Carsten Ullrich, Erdwärme-Kraft