Kidstation
schulonga wissenella zentrale spielonie lachihiki starmoa Top Navi

GRÜNES BRETT

Energie

Biogas – aus Abfall Strom machen

Mist, Gülle, Jauche – auf einem Bauernhof fallen eine Menge organischer Abfälle an. Für den Bauern stellt sich die Frage, was er damit machen soll. Umweltschützer haben einen guten Vorschlag: Biogas! Neben Wind, Sonne und Wasser ist Biogas eine der Energiequellen, die sich immer wieder erneuern und ständig zur Verfügung stehen

biogasDie Fachleute drücken es so aus: Biogas entsteht bei der „anaeroben Vergärung organischer Stoffe”. Alles klar? Einfacher gesagt entsteht Biogas, wenn organische Abfälle in einem luftdicht abgeschlossenen Behälter verfaulen. Die organischen Abfälle, von denen hier die Rede ist, sind Stallmist, Gülle, Stroh oder was sonst noch im Stall oder auf dem Feld anfällt. Auch Essensreste können zu Biogas werden.

 

biogasDiese Abfälle nennt man mit einem Sammelbegriff „Biomasse”. Um aus der Biomasse Biogas zu gewinnen, muss man sie zunächst einmal einsammeln. Dann wird sie in große Tanks gefüllt und zu Brei verrührt. Die Pampe wird auf 38 Grad Celsius erwärmt und luftdicht abgeschlossen. Eigentlich ist damit auch schon alles getan.

 

Nun heißt es nur noch warten – warten aufs Biogas. Dass überhaupt Gas entsteht, verdanken wir den Methanbakterien. Sie kommen in der Natur häufig vor, brauchen allerdings ganz besondere Lebensbedingungen.
      
      
biogasMethanbakterien können nur dort leben, wo es keinen Sauerstoff gibt: In Sümpfen zum Beispiel wimmelt es von ihnen, im Schlamm am Boden von Gewässern oder in Abwässern. Auch Rinder, die ihr Futter ja wiederkäuen, haben Methanbakterien im Magen. Die Bakterien bringen alles Organische zum Verfaulen.

 

biogasIn den Tanks voller Biomasse leben natürlich auch Methanbakterien. Sie kommen zum Beispiel über die Gülle dort rein. Wenn ihre Lebensbedingungen optimal sind – schön warm und ohne Sauerstoff – beginnen sie, sich rasant zu vermehren. Das geht ungefähr so, wie sich Hefebakterien in einem Kuchenteig vermehren und ihn dabei aufgehen lassen. Im Tank verwandelt sich die Biomasse durch die Bakterien in Gas und in Kompost.

 

biogasNach etwa drei Wochen sind die chemischen Vorgänge im Tank abgeschlossen. Das entstandene Gas wird über eine Leitung in einen Gasspeicher gepumpt. Von dort aus kann es als Energiequelle genutzt werden. Genau wie Erdgas auch kann es entzündet werden, so dass man damit heizen kann. Oder man leitet es in einen Generator, der Strom erzeugt.

 

biogasDie nicht-gasförmigen Reste aus dem Tank werden in Silos gelagert und bei Bedarf als Dünger auf die Felder gebracht. Dieser Dünger ist besonders wertvoll. Die Methanbakterien haben ihn schon so weit aufbereitet, dass die Pflanzen ihn leicht aufnehmen können.

 

 

Sehr praktisch! So hat der Kuhmist gleich zwei Dinge geliefert: Energie und Dünger. Leider kann man aber noch nicht die komplette Energie für alle Menschen aus Kuhfladen gewinnen. So viele Kühe gibt es dann doch nicht.

Weitere Infos: www.fachverband-biogas.de

Text: Kristine Kretschmer; Fotos: www.laeremidler.dk, Jörg Ruppelt, Birgit Gerstenberger