Umweltschutz
Der Satellit ENIVISAT umkreist die Erde. Er überwacht aus dem Weltraum, wie es unserer Luft, unserem Meer und unserem Wald geht.
ENVISAT ist schnell: In 100 Minuten ist er einmal um die Erde rumgeflogen. Ein Flugzeug braucht für diese Strecke einen ganzen Tag. ENVISAT hat schon nach drei Tagen jeden Punkt der Erde einmal gesehen und gefilmt. Wenn es in einer unbewohnten Ecke im Regenwald brennt und kein Mensch das bemerkt, schlägt ENVISAT Alarm.
An Bord hat er Geräte, die messen können, ob irgendwo Rauch aufsteigt. Zusätzlich misst er die Temperatur am Boden. So kann er Waldbrände melden und verhindern, dass sie sich unbemerkt ausbreiten. Dass der Wald nicht verbrennt, ist wichtig für die Menschen. Denn die Wälder produzieren Sauerstoff, den wir zum Atmen brauchen.
ENVISAT überwacht auch die Sauberkeit unserer Luft. Er sieht den Rauch, der aus Industrie-Schornsteinen quillt und kann genau sagen, welches Land besonders viel davon produziert. Die Länder der Erde haben eine Verabredung getroffen, dass sie nur eine bestimmte Menge Schadstoffe in die Luft pusten dürfen. ENVISAT überprüft, ob sich auch alle Staaten daran halten. So wie auf dem Bild, sieht ENIVISAT die italienische Insel Sizilien.
Auch das Meer hat ENVISAT im Blick. Obwohl er 800 Kilometer von der Erde weg ist, entgeht ihm nichts. Wenn ein Tanker heimlich in der Nacht Altöl ins Meer pumpt, meldet das der Satellit und der Sünder kann hoffentlich geschnappt werden. Ob das Meer „gesund” ist, sieht ENVISAT an der Menge der Algen, die darin herumschwimmen. Sind es zu viele, dann sieht ENVISAT rot: Seine Instrumente zeigen mit roter Farbe an, wenn eine Algenpest droht, an der Fische sterben können. Doch auch zu wenig Algen im Meer dürfen nicht sein. Denn genau wie die Wälder produzieren auch die Algen Sauerstoff. Die Aufgabe von ENVISAT ist es, darauf zu achten, das alles im Gleichgewicht bleibt.
Text: Alexandra Straush, Fotos: ESA